Dritte Pressemitteilung der hungerstreikenden Asylsuchenden in München

Seit Samstag befinden wir uns im Hungerstreik und heute ist der zweite Tag
des trockenen Hungerstreiks. Der zweite Tag also, an dem wir weder Essen
noch Flüssigkeit zu uns nehmen. Rund 60 Asylsuchende beteiligen sich vor
Ort am Protest, davon befinden sich 55 Personen im trockenen Hungerstreik.
Auch eine schwangere Frau und drei Kinder sind vor Ort, sie befinden sich
jedoch nicht im Hungerstreik.
Seit gestern mussten bereits vier Personen ins Krankenhaus gebracht werden: Safi Muhammad wurde heute in den frühen Morgenstunden ins Krankenhaus gebracht, befindet sich inzwischen jedoch wieder am Protestort. Heute Mittag wurde Jamal Hussein ins Krankenhaus gebracht, weil er nicht mehr ansprechbar war. Um 14:30 Uhr kollabierte nun die vierte Person, Naeem Muhammad, und wurde nun ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Quasem Muradi, der bereits gestern das Bewusstsein verlor, befindet sich weiterhin auf der Intensivstation.
Seit 13:00 Uhr findet heute ein Treffen zwischen Vertreter_innen der bayerischen Regierung, des BAMF, des Bayerischen Innenministeriums und des Sozialministeriums mit einem von uns bestimmten Delegierten statt. Zur selben Zeit, in der laufend Protestierende unter uns kollabieren, will Frau Haderthauer eine Verhandlung über eine Forderung beginnen, die nicht verhandelbar ist, und nimmt uns somit lebenswichtige Zeit. Unser Delegierter wird unsere gemeinsame Haltung gegenüber dieser Reaktion den Politiker_innen bei dem Treffen übergeben. Von politischer Seite ist anschließend für 16:00 Uhr eine Pressekonferenz vor Ort angesetzt, in der die Ergebnisse des Treffens vorgestellt werden.
Die Inhalte der Pressemitteilungen von Frau Haderthauer sprechen für sich: Anstatt sie den Durststreikenden und deren zentraler Forderung zu widmen, geht sie auf Auseinandersetzungen mit anderen Parteien im Rahmen des aktuellen Wahlkampfes ein. Zur selben Zeit kollabieren nacheinander unsere Mitstreiterinnen und Mitstreiter und die Lebensgefahr für uns alle wächst mit jeder Minute.
Die hungerstreikenden Asylsuchenden in München

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